Deine Website bringt keine Anfragen. Woran liegt das?

Meist nicht am Design. Es gibt genau vier Stellen, an denen es klemmen kann: Es kommt niemand, es kommen die Falschen, sie finden den Weg nicht, oder sie trauen dir nicht. Prüfe sie in dieser Reihenfolge, sonst reparierst du das Falsche.

Schritt 1: Kommt überhaupt jemand?

Das ist die häufigste Ursache und die, die am seltensten geprüft wird. Öffne die Google Search Console und schau dir die Impressionen der letzten drei Monate an. Das ist die Zahl, wie oft deine Seite in den Suchergebnissen überhaupt angezeigt wurde.

Wenn dort ein paar Dutzend stehen, hast du kein Website-Problem. Du hast ein Sichtbarkeitsproblem, und ein neues Design ändert daran nichts, weil das neue Design niemand zu sehen bekommt. Bei einem lokalen Betrieb liegt der schnellste Hebel dann fast immer beim Google-Unternehmensprofil und nicht bei der Seite.

Erst wenn hier vierstellige Zahlen stehen und trotzdem nichts ankommt, geht es weiter mit Schritt 2.

Schritt 2: Kommen die Richtigen?

In derselben Search Console stehen unter „Suchanfragen“ die Begriffe, über die Leute bei dir landen. Lies sie durch und frag dich bei jedem: Würde diese Person mich beauftragen?

Ein Dachdecker, der für „Dachziegel Preise“ gefunden wird, bekommt Leser, keine Kunden. Wer nach Preisen für Material sucht, will selbst machen. Das ist kein Fehler der Website, sondern der falsche Inhalt für die falsche Absicht.

Wenn deine Anfragen fehlen, weil du für die falschen Begriffe gefunden wirst, brauchst du andere Seiten, nicht ein anderes Design.

Schritt 3: Finden sie den Weg?

Jetzt erst wird die Seite selbst interessant. Nimm dein Handy, öffne deine Website über die mobile Datenverbindung und stopp die Zeit, bis etwas Lesbares dasteht. Über drei Sekunden verlierst du einen erheblichen Teil der Leute, bevor sie überhaupt etwas gesehen haben.

Dann scroll einmal durch und zähl, wie oft ein Weg zur Kontaktaufnahme sichtbar ist. Nicht wie oft „Kontakt“ im Menü steht, sondern wie oft auf dem Weg nach unten ein Knopf, eine Nummer oder ein Formular auftaucht. Wer sich erst durch ein Menü suchen muss, tut es meistens nicht.

Und prüfe die Telefonnummer: Ist sie antippbar? Auf einem Handy ist eine Nummer, die man abschreiben muss, praktisch keine Nummer.

Schritt 4: Trauen sie dir?

Wenn Leute kommen, die Richtigen sind und den Weg finden, aber trotzdem nichts passiert, geht es um Vertrauen. Und Vertrauen entsteht nicht durch Adjektive.

Sieh dir deine Startseite an und streiche im Kopf alles, was ein Wettbewerber genauso schreiben könnte, ohne zu lügen. „Zuverlässig“, „individuell“, „aus einer Hand“ sind austauschbar. Was übrig bleibt, ist dein tatsächliches Argument. Bei den meisten Seiten bleibt sehr wenig übrig.

Was Vertrauen wirklich trägt: fertige Arbeiten, die man anschauen kann. Echte Bewertungen mit Namen. Eine Person mit Gesicht statt eines anonymen „Wir“. Und Zahlen, die überprüfbar sind, statt Versprechen, die es nicht sind.

Der häufigste Irrtum

Fast alle springen sofort zu Schritt 3 oder 4 und beauftragen ein Redesign. Das ist die teuerste Maßnahme von allen, und sie hilft ausgerechnet gegen die häufigste Ursache nicht.

Wenn dich niemand findet, macht ein schöneres Design deine Seite nicht sichtbarer. Es macht sie nur schöner für die Leute, die ohnehin nicht kommen.

Häufige Fragen dazu.

Woran erkenne ich, ob es an der Website liegt oder an der Sichtbarkeit?

An den Impressionen in der Google Search Console. Wenn deine Seite in drei Monaten nur ein paar Dutzend Mal überhaupt angezeigt wurde, hast du kein Website-Problem, sondern ein Sichtbarkeitsproblem. Dann bringt ein Redesign nichts, weil das neue Design niemand sieht.

Wie viele Besucher braucht eine Website für eine Anfrage?

Eine belastbare allgemeine Zahl gibt es nicht, dafür unterscheiden sich Branchen und Suchabsichten zu stark. Als grobe Orientierung: Wenn von hundert passenden Besuchern niemand Kontakt aufnimmt, liegt es an der Seite. Wenn du gar keine hundert Besucher hast, liegt es nicht an der Seite.

Lohnt sich ein Relaunch, wenn keine Anfragen kommen?

Nur wenn die Ursache wirklich auf der Seite liegt. Prüfe erst die vier Schritte oben. Ein Relaunch ist die teuerste Maßnahme von allen und hilft ausgerechnet gegen das häufigste Problem nicht. Wann sich ein Relaunch lohnt

Was ist der schnellste Hebel?

Bei lokalen Betrieben fast immer das Google-Unternehmensprofil. 60 bis 70 Prozent der Leute, die in deiner Region nach deiner Leistung suchen, entscheiden im Kartenblock, ohne je eine Website zu öffnen. Das Profil zu füllen kostet einen Nachmittag und wirkt in vier bis sechs Wochen. Unternehmensprofil einrichten

Wenn du bei Schritt 1 hängst, fängt es beim Gefundenwerden an. Liegt es an der Seite selbst, steht der Weg unter Webdesign, und was das kostet, steht auf der Preisseite. Du willst es nicht selbst durchgehen? Der kostenlose Website-Check misst die technische Seite davon automatisch.

Unklar, an welchem der vier Schritte es hängt?

Sag mir im Erstgespräch, was du siehst. Danach weißt du, wo du ansetzen musst, auch wenn daraus kein Projekt wird.