Homepage-Baukasten: wofür er reicht, und wo er aufhört.

Für eine Visitenkarte im Netz reicht ein Baukasten völlig. Sobald du über Google planbar Kunden gewinnen willst, stößt er an drei Grenzen, die sich nicht wegklicken lassen.

Wann ein Baukasten die richtige Wahl ist

Ich verdiene mein Geld mit dem Gegenteil, deshalb hier zuerst der ehrliche Teil: In diesen Fällen würde ich dir von einem Projekt bei mir abraten.

  • Du willst online auffindbar sein, gewinnst deine Kunden aber über Empfehlung
  • Eine Seite mit Kontakt, Öffnungszeiten und ein paar Bildern genügt
  • Du pflegst gern selbst und hast Freude daran
  • Das Budget ist gerade wirklich nicht da

Grenze 1: Die Ladezeit gehört dir nicht

Jede Vorlage bringt Code für Funktionen mit, die du nicht nutzt. Bei einem Baukasten kannst du diesen Ballast nicht abschalten, weil dieselbe Vorlage für zehntausend andere Seiten funktionieren muss.

Auf dem Schreibtisch fällt das kaum auf. Auf dem Handy im Funkloch am Baustellenrand entscheidet es darüber, ob jemand wartet oder den nächsten Treffer anklickt. Und dieser nächste Treffer bekommt dann die Anfrage, die für dich gedacht war.

Grenze 2: Eine Seite kann nicht alles beantworten

Google zeigt pro Suchanfrage die Seite, die diese eine Frage am besten beantwortet. Wer für „Dachsanierung“, „Flachdach abdichten“ und „Dachdecker Waldbröl“ gefunden werden will, braucht dafür drei Seiten, nicht eine, die alles gleichzeitig versucht.

In einem Baukasten ist das theoretisch möglich und praktisch mühsam: Die Struktur, die interne Verlinkung und die technischen Angaben, die solche Seiten zusammenhalten, sind genau der Teil, den die Oberfläche vor dir versteckt.

Grenze 3: Du mietest, du besitzt nicht

Solange du zahlst, läuft die Seite. Kündigst du, ist sie weg. Texte und Bilder kannst du herausholen, die Seite selbst nicht, weil sie im System des Anbieters lebt.

Rechne einmal ehrlich nach: Nimm deinen Monatstarif, multipliziere ihn mit sechzig für fünf Jahre und stell das neben einen einmaligen Festpreis. Bei vielen Tarifen liegt die Miete nach ein paar Jahren über dem, was eine eigene Seite gekostet hätte, und am Ende der Laufzeit besitzt du trotzdem nichts.

Das ist kein Argument gegen Baukästen an sich. Es ist ein Argument dafür, die Rechnung aufzumachen, bevor man sich für Jahre bindet.

Der ehrliche Vergleich

Ein Baukasten ist schnell, günstig im Einstieg und für den Anfang oft genau richtig. Eine eigene Seite kostet mehr und rechnet sich dann, wenn du über sie tatsächlich Kunden gewinnen willst statt nur auffindbar zu sein.

Die Frage ist deshalb nicht „was ist besser“, sondern „was soll die Seite leisten“. Wenn du auf diese Frage keine Antwort hast, ist der Baukasten die günstigere Art, es herauszufinden.

Häufige Fragen dazu.

Ist ein Baukasten schlechter für Google?

Nicht grundsätzlich. Eine saubere Baukasten-Seite kann lokal ranken. Die Grenzen liegen bei der Ladezeit, weil jede Vorlage Ballast mitbringt, den du nicht abschalten kannst, und bei der Struktur, sobald du für viele verschiedene Suchanfragen je eine eigene Seite brauchst.

Was passiert mit meiner Seite, wenn ich kündige?

In der Regel ist sie weg. Du kannst Texte und Bilder herausholen, aber nicht die Seite selbst, weil sie im System des Anbieters lebt. Genau das ist der Unterschied zwischen mieten und besitzen. Prüfe vorher, ob wenigstens die Domain auf deinen Namen läuft.

Lohnt sich der Wechsel, wenn ich schon einen Baukasten habe?

Nur wenn die Seite dich Anfragen kostet. Wenn sie ihren Zweck erfüllt, ist ein Wechsel Geldausgeben ohne Grund. Prüfe erst, woran es wirklich liegt, bevor du neu baust. Die vier Ursachen für fehlende Anfragen

Kann ich die Inhalte später mitnehmen?

Texte und Bilder ja, mit etwas Handarbeit. Struktur, Design und die eingerichteten Funktionen nicht. Wer wechselt, baut in der Regel neu und übernimmt nur die Inhalte. Das ist kein Drama, sollte aber bei der Entscheidung mitgedacht werden.

Wenn du an einer der drei Grenzen stehst, steht der Weg unter Webdesign und was er kostet auf der Preisseite. Überlegst du wegen fehlender Anfragen zu wechseln, lies vorher die vier Ursachen. Oft liegt es woanders. Und wie ein Umstieg abläuft, steht unter Relaunch.

Unsicher, ob dein Baukasten reicht?

Sag mir im Erstgespräch, was die Seite leisten soll. Wenn der Baukasten reicht, sage ich dir das auch.