DSGVO auf der eigenen Website: vier Stellen, an denen es klemmt.
Ich bin kein Anwalt und das hier ist keine Rechtsberatung. Es ist die Liste der vier Punkte, die mir bei Firmenwebsites in der Praxis am häufigsten begegnen, mit einem Selbsttest für jeden. Bei Zweifeln fragst du besser einen Anwalt als mich.
1. Schriften, die von einem fremden Server kommen
Viele Vorlagen laden ihre Schriften beim Aufruf direkt von Google. Dabei wird die IP-Adresse des Besuchers an den Server übertragen, bevor er irgendetwas bestätigen konnte. Das Landgericht München I hat dazu 2022 entschieden (Az. 3 O 17493/20).
Der Selbsttest ist unspektakulär: Der technische Bericht einer Seite zeigt, welche Server beim Aufruf kontaktiert werden. Steht dort eine Adresse von Google für Schriften, passiert genau das.
Die Lösung ist keine Einwilligung, sondern Vermeidung: Die Schriftdateien liegen auf dem eigenen Server. Dann wird nichts übertragen, und niemand muss etwas bestätigen.
2. Karten, Videos und Feeds, die von allein laden
Eine eingebettete Karte, ein Video oder ein Instagram-Feed nimmt beim reinen Aufruf Kontakt zum Anbieter auf. Auch hier fließt die IP-Adresse, bevor jemand zugestimmt hat.
Der übliche Weg dagegen ist die Zwei-Klick-Lösung: Zuerst steht nur ein Hinweis da, welcher Dienst geladen würde und welche Daten dabei übertragen werden. Erst der Klick holt die Einbettung. Wer nicht klickt, bei dem passiert nichts.
Wichtig dabei ist die Alternative daneben. Wenn der einzige Weg zur Adresse durch die Karte führt, ist die Einwilligung faktisch erzwungen und damit keine.
3. Impressum und Datenschutzerklärung, auf jeder Seite erreichbar
Beides ist Pflicht, und beides gehört in die Fußzeile, damit es auf jeder Unterseite mitläuft. Ein Impressum, das nur über die Startseite erreichbar ist, erfüllt seinen Zweck nicht.
Entscheidend ist außerdem, dass die Datenschutzerklärung beschreibt, was tatsächlich passiert. Ein Generat, das Werkzeuge aufzählt, die du gar nicht einsetzt, ist genauso auffällig wie eines, das einen eingesetzten Dienst verschweigt. Beides kommt häufiger vor als man denkt, weil die Erklärung einmal erstellt und danach nie wieder angefasst wird.
4. Das Cookie-Banner, das nichts bewirkt
Zwei Fehler treten fast immer gemeinsam auf. Der erste: Das Banner erscheint, aber die Analyse läuft schon, bevor jemand geklickt hat. Dann ist es reine Dekoration.
Der zweite: Es gibt gar keinen Grund für ein Banner, weil keine zustimmungspflichtigen Werkzeuge im Einsatz sind, und es steht trotzdem da. Das kostet Besucher und bringt niemandem etwas.
Der Selbsttest: Seite in einem frischen Fenster öffnen, nichts anklicken und im technischen Bericht nachsehen, ob bereits Verbindungen zu Analyse- oder Werbediensten aufgebaut wurden. Wenn ja, wirkt das Banner nicht.
Häufige Fragen dazu.
Brauche ich zwingend ein Cookie-Banner?
Nur wenn deine Seite Dinge im Endgerät speichert oder ausliest, die für den Betrieb nicht nötig sind. Das ist typischerweise bei Analyse- und Werbewerkzeugen der Fall. Eine Seite ohne solche Werkzeuge braucht kein Banner, und eines ohne Grund einzublenden macht die Seite nur schlechter.
Was ist mit Google Fonts?
Werden sie beim Aufruf vom Google-Server geladen, wird dabei die IP-Adresse des Besuchers übertragen, ohne dass er gefragt wurde. Das Landgericht München I hat dazu 2022 entschieden (Az. 3 O 17493/20). Die einfache Lösung ist, die Schriften auf dem eigenen Server abzulegen. Dann passiert es gar nicht erst.
Reicht ein Impressum aus einem Generator?
Als Grundgerüst oft ja, aber es muss zu deiner tatsächlichen Situation passen. Ein Generat, das Dienste beschreibt, die du nicht nutzt, ist genauso falsch wie eines, das Dienste verschweigt, die du nutzt. Beides fällt bei einer Prüfung auf.
Wer haftet, wenn etwas fehlt, meine Agentur oder ich?
Als Betreiber der Website haftest du. Deshalb ist es keine Nettigkeit, wenn dein Dienstleister das von sich aus sauber macht, sondern der eigentliche Punkt. Frag danach, bevor du beauftragst.
Die ersten drei Punkte prüft der kostenlose Website-Check automatisch und schickt dir das Ergebnis als Bericht. Bei Projekten von mir sind alle vier ab Werk erledigt und kein Aufpreis, siehe Webdesign. Wie ich selbst damit umgehe, steht in meiner Datenschutzerklärung.
Unsicher, ob deine Seite sauber ist?
Der Website-Check misst die technische Seite davon in wenigen Minuten. Kostenlos und ohne Verpflichtung.
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